Die Frankfurter Skyline ist um eine markante Silhouette reicher: Im wachsenden Europaviertel, westlich von Messe und Hauptbahnhof, ist ein neuer Anziehungspunkt entstanden. Entwickelt von der Gustav Zech Stiftung und realisiert nach den Plänen von Cyrus Moser Architekten, kombiniert der 124 Meter hohe Europa-Allee-Tower moderne Architektur mit einem intelligenten Mixed-Use-Konzept. Unter einem Dach beherbergt das Gebäude den neuen Hauptsitz der Sparda-Bank Hessen, den repräsentativen Eingang „Messeplatz“ der Messe Frankfurt sowie das neue Atlantic Hotel Frankfurt am Main. Über 20 Etagen hinweg bietet das 4-Sterne-Superior-Haus einen urbanen Rückzugsort, der großstädtisches Lebensgefühl, zeitgemäßen Komfort und architektonische Prägnanz miteinander verbindet.
Für die Innenarchitektur zeichnen zwei renommierte Büros gemeinsam verantwortlich, die in enger Abstimmung ein durchgängiges Gestaltungskonzept entwickelt haben. Um der Komplexität und dem hohen qualitativen Anspruch dieses Großprojekts gerecht zu werden, erforderte die Zusammenarbeit eine klare Aufteilung: Das Architekturbüro Olufemi Moser übernahm die Konzeption und den Entwurf der repräsentativen öffentlichen Bereiche. Brumann Innenraumkonzepte verantwortete den Entwurf der 373 Zimmer und Suiten, der Flure sowie der öffentlichen Fitness- und Saunabereiche. Zugleich kam Brumann Innenraumkonzepte im Auftrag der Gustav Zech Stiftung eine maßgebliche Schlüsselrolle für das gesamte Gebäude zu: Das Büro übernahm die komplette Ausführungsplanung sämtlicher Zonen – sowohl der Zimmer als auch der öffentlichen Bereiche – und war als Generalunternehmer für den gesamten Innenausbau, die Bauleitung und das Projektmanagement verantwortlich. Durch diese integrale Planung und Umsetzung aller Ausbaugewerke entstand ein konsistentes, wirtschaftliches Gesamtbild, das die gestalterischen Visionen beider Büros in die Realität überführte.
Der Weg des Hotelgastes beginnt im westlichen Foyer des Erdgeschosses. Hier wählte das Team von Olufemi Moser ein kontrastreiches Spiel aus hochwertigen Materialien in eleganter Tonalität und einer aufsehenerregenden Lichtskulptur an der Decke, um den Weg zu den Aufzügen in ein spannendes Entrée zu verwandeln. Auf der zweiten Etage empfängt das Hotel seine internationalen Gäste an der Rezeption, die fließend in eine Lounge und ein Deli übergeht. Hier verfolgten die Innenarchitekten einen klassisch-modernen Ansatz. Die Materialität, die Farben und auch die Formen nehmen sich zurück. „Eher weniger als zu viel“ war dabei die Devise, denn „die Messe und Frankfurt sind laut genug“. Helle, grau-melierte Terrazzoböden, unbehandelte Eiche, weiche Polstermöbel und dezente Golddetails schaffen eine unprätentiöse, erdende Atmosphäre der Geborgenheit. Diese ruhige Ästhetik setzt sich in den Konferenzräumen der dritten Etage mit filigranen Raumtrennern und eleganten Leuchten fort. Einen bewussten Kontrast dazu bildet das Fine-Dining-Restaurant im vierten Geschoss: Dunklere Töne, edles Leder, schwere Stoffe und markante Steine kreieren hier eine massive, eklektische Bühne für exzellente kulinarische Erlebnisse, die zum längeren Verweilen einlädt.
In den darüber liegenden Zimmeretagen entfaltet sich das von Brumann Innenraumkonzepte entwickelte Design der Zimmer und Suiten, das die Idee des urbanen Rückzugsortes aufgreift und auf die Bedürfnisse moderner Geschäftsreisender sowie digitaler Nomaden ausrichtet. Als bewusster Kontrast zur markanten Hochhausarchitektur wurden Elemente des biophilen Designs integriert. Organische Formen, natürliche Materialien und eine warme, erdige Farbpalette verleihen den Räumen eine wohnliche Ausstrahlung und schaffen eine echte Oase der Ruhe im dynamischen Messeumfeld. Der gestalterische Mittelpunkt der Zimmer ist ein von innen beleuchteter Kleiderschrank mit transluzentem Strukturglas, der wie ein elegantes Gewächshaus anmutet. Ein runder Schreibtisch ermöglicht den nahtlosen Wechsel zwischen Arbeitsplatz und informellem Besprechungstisch, während das weich geformte Betthaupt den Schlafbereich wie eine schützende Geste umschließt. Sensorisch erfahrbare Materialien und gezielt gesetzte Hell-Dunkel-Kontraste – wie der in ein schwarzes Paneel integrierte Fernseher – fördern das haptische Raumerlebnis und verleihen den Zimmern eine Tiefe. Dieses gestalterische Feingefühl zeigt sich auch in den Fluren, wo dunkel inszenierte Türnischen und kontrastreiche Motivtapeten in einem spannenden Dialog zu hellen Wandflächen und warmen Holzpaneelen stehen.
Den krönenden Abschluss des Hotelerlebnisses bilden die 19. und 20. Etage. Hier konzipierte Brumann Innenraumkonzepte einen Fitness- und Saunabereich in luftiger Höhe, der einen exklusiven Raum für Regeneration bietet. Direkt daneben entwarf Olufemi Moser die Skyline Bar, die ihre Gäste mit einem atemberaubenden Blick über Frankfurt empfängt. Sie ist schwarz wie die Nacht, mit Samtvorhängen, einer holzverkleideten Theke mit einer markanten Steinplatte und einer raumgreifenden Wandgestaltung in dunkler Tonalität. Hier an der Bar sitzen, den Abend ausklingen lassen und die Lichter der Stadt zählen – ein perfekter Abschluss eines langen Tages auf der Messe oder in der Stadt.
Fotos: Rainer Taepper // Atlantic Hotel Management




